Disziplinierung der Agenten oder Crowding-out? Gewollte und ungewollte Anreizwirkungen von variablen Löhnen

Auteur(s)

Antoinette Weibel

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Beschreibung

Seit längerer Zeit wird kontrovers über die Auswirkung variabler, leistungsbezogener Entlohnung auf das Arbeitsverhalten diskutiert. Wir untersuchen mit einem experimentellen Vignettendesign in einem berufnahen Kontext, wie variable Löhne die handlungsauslösende Ursachenzuschreibung verschieben und welche Effekte diese Verschiebung auf Verhaltensintentionen ausübt. Unsere Ergebnisse zeigen, dass variable Entlohnung zum einen den gewünschte n Preiseffekt erzielt: sie löst eine Belohnungs- bzw. Bestrafungsorientierung aus und steigert die beabsichtigte
Arbeitsanstrengung. Zum anderen führt variable Entlohnung zu einem
Verdrängungseffekt: Verinnerlichte Normen oder die Freude an einer Tätigkeit
weichender Belohnungs- und Bestrafungsorientierung. Die beabsichtigte Arbeitsanstrengung sinkt. Wir messen diese nicht beobachtbaren Auswirkungen von Preis- und Verdrängungseffekt auf Arbeitsanstrengungen und diskutieren die Auswirkung von leistungsbezogener Entlohnung auf Arbeitsverhalten als Totaleffekt beider gegenläufigen Effekte.
Der Beitrag trägt zur aktuellen Diskussion um die Wirkung von variablen
Leistungslöhne folgendermassen bei: Wir zeigen: (1) variable Leistungslöhne lösen stets simultan einen Preis- und Verdrängungseffekt aus. (2) Das standardökonomische Modell kommt nur dann zu korrekten Verhaltensprognosen, wenn der Preiseffekt Arbeitsanstrengungen stärker beeinflusst als der simultan wirkende Verdrängungseffekt.
(3) Die Kosten variabler Löhne sind höher, als in der Standardökonomik angenommen: Variable Löhne ziehen stets einen nicht beobachtbaren Verdrängungseffekt nach sich.

Langue

Deutsch

Datum

2007

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